Sun 21 Jan 2007
Die Kunst des Ausformulierens
Gepostet von Alki unter CSCS - CyberSamurai Contra Systema
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Wieso kann Konversation (nicht Smalltalk!) fast schon als essentiell und bewusstseinsfördernd betrachtet werden? Weil wir, wenn wir uns mit etwas beschäftigen und dies konkret ausformulieren uns dessen in unserem Chaoshirn klarer werden, sprich, es besser verstehen, ausbauen können und uns mit jedem formulierten Gedanken potentiell weiterentwickeln können. Damit ist selbstverständlich nicht der Abwasch von Vorvorgestern gemeint^^.
Nehmen wir als Beispiel mal einen Bruchteil unserer derzeitigen politischen Lage als einfache logische Gleichung und Folgerung. Wir befinden uns im Krieg, da brauch man sich nichts mehr vor zu machen, is leider so. Gleichung: Krieg = Zerstörung + viel verbrauchte Energie; Zerstörung = Rückentwicklung. Daher Krieg = schlecht (für alle, die es noch nicht wussten). Da für Entwicklung Energie benötigt wird, wäre es logisch diese, anstatt destruktiv konstruktiv für beispielsweise Wissenschaft einzusetzen, die wiederum so was wie weiterentwickelte Weltraumfahrt etc. hervorbringen würde, die dann wiederum unsere globale Überbevölkerung durch so was wie nen kleinen Umzug zum Mond ermöglichen würde. Ok, das is ein bisschen futuristisch, is auch nur ein Beispiel der abertausenden Möglichkeiten, die uns theoretisch zur Verfügung stünden, eigentlich waren wir ja woanders, bei unserer Gleichung um genau zu sein. Also: Krieg = schlecht, is wohl klar. Fortschritt hingegen würde aus Frieden, Vergeben, Teilen und schlussendlichem “friedlichen” Vereinigen hervorgehen, eine Einheit bestehend aus vielen einzigartigen Geschöpfen, die durch das sich gegenseitige Ergänzen zu Entwicklungssprüngen, die man sich so gar nicht recht vorstellen kann, fähig wären. Da sieht mans doch auch schon, ausformulieren bringt einen im Verständnis weiter, weiter aber nicht endgültig ans Ziel. Als nächstes ist natürlich ein bisschen (und ein bisschen mehr) ‘nicht nur Worte sondern auch was machen’ angesagt. Und formulieren (tolles Wort^^) bringt uns rein gar nichts, wenn unsere Gedanken nicht mal über unser Make Up, diverse Egokriesen, unsere Midlifecrisis, eeeeendloses Selbstmitleid und dergleichen hinausgeht oder wir uns in einem ewig verkrampften Hirnmus von lauter überflüssiger Mental-Verwurschtelungen hängen bleiben. Wenigstens die Wahnsinnsanstrengung sich über Wichtigeres Gedanken zu machen, sich mit seinen Freunden (wenn man doch hoffentlich welche hat, siehe vorherigen Artikel) hinzusetzen, miteinander zu sprechen, ein wenig Charaktertraining zu machen und sich um die eigene Menschlichkeit zu bemühen (man braucht ja nicht gleich meinen für die ganze Welt arbeiten zu müssen, aber wenigstens für sich selbst wäre gar nicht übel) kann man doch wohl vollkommen naiv-optimistisch jeder humanoiden Lebensform zutrauen …